Go-Kart 12h-Rennen

Im GoKart sind wir alle gleich !

 

Absolut im Sinne der Integration startete das RCZ Neumitglied Stefan Würgler ein neues Projekt. Zusammen mit den prominenten Rollstuhlsportlern (Guido Müller, Christian Wenk und Dane Baur) sowie den schweizerischen Motorsporttalenten (Andrina Gugger und Peter Rikli) gründete er ein Kart-Team für das 12h Rennen in Roggwil. Regula Merkt und Daniela Keller betreuten das Team während dem Wettkampf und trieben INTEGRAZIONE 1 zu Höchstleistungen

 

Immer wieder müssen wir erfahren, wie stark Berührungsängste zwischen Fussgängern und Rollstuhlfahrern im alltäglichen Leben sind. Stefan Würgler, bekannt in der Handbikeszene, stört dies sehr, denn er geniesst seit Längerem lockere und freundschaftliche Beziehungen zum Rollstuhlsport. Mit seiner Handbikefamilie traf er am 28. Dezember um 18.00 Uhr im Race In in Roggwil ein.

 

Die Organisation für ein 12h Rennen ist der Formel 1 gleich. Einschreiben, wägen, unterzeichnen der Reglemente, Vorschriften beachten, Fahrerbreefing und um 21.30 Uhr Qualifying auf der 630m langen Strecke, welche mit Bildern von Jo Siffert und Clay Regazzoni geschmückt sind. Die Unsicherheiten anderer Teams schlugen uns wie grosse Wellen entgegen. Mit Entsetzen kommentierten eingeschriebene Fahrer und Teams unser Vorhaben. Wir aber waren guter Dinge, haben doch unsere Athleten viel Zeit und Aufwand für Trainings unter der Leitung von Stefan investiert.

 

Unser Team Integrazione 1 schickte Christian Wenk und Andrina Gugger in die Qualirunden. Sofort schlug die Stimmung in eine andere Richtung. Kleinlaut mussten erfahrene Kartfahrer einsehen, dass der “Behinderte“ von den 20 anwesenden Teams die viertbeste Zeit in die Bahn bretterte. Ab sofort war die Aufmerksamkeit beim Team Integrazione und Regula betreute zusätzlich auch die anwesenden Medienleute.

 

Pünktlich um 23.00 Uhr wurde zum Rennen gestartet und das Team Integrazione gibt während 12 Stunden Gas. Andrina schickten wir zuerst ins Rennen. Wir hatten 2 GoKarts zur Verfügung. Einen für Fussgänger und einen auf Handgas und Hebelbremse umgebauten Kart für unsere Rollis. So hatten wir genügend Zeit, alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen um keine Risikos eingehen zu müssen. Helm, Brustpanzer, Halskragen, Handschuhe, Spezialschuhe und diverse Gurten gehörten zur Ausrüstung unserer Fahrer. Alles funktionierte perfekt. Stefan stand während des ganzen Rennens auf der Galerie und informierte mit der Rundentafel über Zeit, Zwischenplatzierungen, Benzinstand und anstehende Wechsel. Unsere Herzen hüpften schon nach den ersten Wettkampfstunden, denn wir realisierten, dass wir gut im Mittelfeld mithalten können, obwohl vor 10 Wochen noch keiner unserer Rollstuhlfahrer wirklich Kart fahren konnte.

 

Es war sehr laut und bissig kalt im Race Inn, aber unsere Herzen glühten. Andrina, Peter, Guido, Christian und Dane fuhren Rundenzeiten so schnell wie die Spitzenfahrer. Wir hielten weiterhin sehr gut im Mittelfeld mit und belegten die Zwischenränge von 11 bis 13. Um 09.15 Uhr schickten wir Christian wieder ins Rennen. Wer Chrigi kennt, weiss dass er eine „Kampfsau“ ist. Die Abmachung war, dass wenn seine Rundenzeiten nachlassen würden, wir nochmals einen Wechsel vornehmen würden um den momentanen 11. Platz halten zu können. Denkste! Christian wuchs völlig über sich hinaus und verbesserte seine Rundenbestzeiten laufend. Er machte Sekunde um Sekunde gut und fuhr tapfer am Heck des Karts auf dem 10 Platz. Und dann geschah das Unfassbare. Wie ein Profi überholte Chrigi den vor ihm fahrende Kart und setzte sich sofort um einige Meter ab. Weiterhin mit Vollgas unterwegs schloss er sich den führenden Teams an. Er hat unser Team in die erste Ranglistenhälfte gefahren. Noch dauerte das Rennen eine ganze Stunde. Chrigi gab weder das Steuer noch den eroberten Rang ab. Er fuhr wie ein Held das Rennen zu ende und zauberte mit einer genialen Leistung eine Hühnerhautatmosphäre in die Race In Arena.

 

Mit Motorenlärm war am Samstag kurz vor Mittag Schluss. Daniel Baur klopft Christian Wenk auf die Schultern. Guido Müller nimmt die Gratulationen der Teamgefährten Peter Rikli und Andrina Gugger entgegen. 897 Runden drehte das gemischte Team Integratione 1 von Freitagnacht bis Samstag auf der Piste des Race-Inn Centers.

 

Fazit von Stefan:

Zusammen haben diese fünf Repräsentanten das 12-Stunden Kart-Rennen vom 28. auf den 29. Dezember in Roggwil bestritten. Ziel war es, aller Welt zu zeigen, dass es keinen realistischen, geschweige denn logischen Grund für die Berührungsängste zwischen Fussgängern und gehbehinderten Menschen gibt. >>> Unserer Reaktion zum Anlass; DANKE Stefan!


Info zum Anlass vom Veranstalter:

Die zwanzig Teams legten insgesamt 17'951 Runden zurück was einer Gesamtdistanz von stolzen 11'309 Kilometern entspricht! Reicht als Luftlinie fast bis Australien. Als Sieger wurde nach zwölf Stunden das Team "hübi-tuning.ch" abgewinkt. Sie fuhren zwei Runden mehr als die zweitplatzierten "Tusigsassas" und vier Runden mehr als die drittplazierten "Gangnam Style".


Sieger der Herzen wurde aber das Rollstuhlteam "Integrazione 1" welches sich den zehnten Schlussrang und damit viel Applaus erkämpfte. Das gab Ehrfurcht und Hühnerhaut. Ganz herzliche Gratulation an die Piloten und Betreuer!



Kurzfilm und Detailinformationen auf:

http://www.aargauerzeitung.ch/sport/aargau/das-team-integratione-gibt-waehrend-12-stunden-gas-125853469

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